Fünf Säulen der Unfreiheit


Die fünf zu zerstörenden Säulen zur Befreiung der Welt

 

Ich will es gleich offen sagen: In unserer jetzigen Zeit hat man als vernunftbegabter Mensch allen Grund, pessimistisch in die Zukunft zu sehen, vor allem als ein Teil jüngerer Generationen. Die Gründe sind vielfältig. Im Folgenden möchte ich einige Gedanken diesbezüglich festhalten und versuchen konkrete Maßnahmen zu formulieren, um doch noch die Kehrtwende zu schaffen.

 

Dies wird folglich eine lange Ausführung, in der es um philosophische, politische, religiöse und gesellschaftliche Themenkomplexe geht.


Die Freiheit als zentralster aller Werte

 

Bei allen Überlegungen, die angestellt werden läuft es immer wieder auf einen Wert hinaus, der über allen anderen steht und aus dem erst alles Weitere resultieren kann: Freiheit. Nichts auf dieser Erde ist für mich kostbarer als die Freiheit.

 

Wie komme ich nun dazu, ausgerechnet die Freiheit als das Höchste aller Werte einzustufen? Weil ein Leben für mich erst durch die Freiheit eine erfüllende Sinnhaftigkeit verliehen bekommt. Anders gesagt: Ein Leben in Unfreiheit wird stets ein eingeschränktes Leben sein, beschränkt darin, sich vollends zu entfalten.

 

Erst aus der Freiheit einen Weg selbst zu wählen, erwächst echte Erfüllung, echte Zufriedenheit und echte Freude, echte Liebe. Erst durch die freie Entscheidung, wird man zu einem selbstbestimmten Wesen.

 

Erst wenn man die Freiheit als obersten aller Werte versteht, ergeben sich Möglichkeiten reale und imaginäre Grenzen, psychisch und physisch zu überschreiten und sie aufzubrechen. Ein System, welches sich selbst als unveränderlich einstuft, ist ein System der Unfreiheit, da es keine Alternativkonzepte zu sich selbst zulässt.

 

Warum schreibe ich das nun: Unsere Welt ist nicht frei. Die kleine Pflanze der Freiheit hat sich über die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte immer weiter aus der Erde emporgeschoben. Hin und wieder brachte sie auch schon echte Blüten hervor. Und doch gilt noch immer: Unsere Welt ist nicht frei.

 

Nahezu alle unsere modernen Probleme lassen sich mit der vorhandenen Unfreiheit begründen. Fangen wir beim Wirtschaftssystem sowie Globalisierung an. Das System ist an sich grundlegend so aufgebaut, dass es aus sich selbst heraus Unfreiheit generiert, da es Alternativkonzepte automatisch unterdrückt.

 

Beispiele für Unfreiheit:

 

In einem einfachen Beispiel: Ein Unternehmen, welches für sich entscheidet auf Globalisierungsmechanismen wie z.B. Internet, Schiffswege oder Produktionsverlagerungen und damit verbundenen Lohnabwärtsspiralen zu verzichten, wird dann auch nur mäßigen bis überhaupt keinen Erfolg haben im Vergleich zu jenen, die es tun. Das System wird daher stets alle Beteiligten dazu zwingen, weiter wie bisher zu machen.

 

Keiner ist im Stande dazu, „alleine“ aus dem Hamsterrad auszubrechen, ohne brutal zu Boden geschleudert zu werden. Ein kollektives Stoppen des Hamsterrads ist unterdessen unwahrscheinlich. Bleiben wir beim Thema Wirtschaft und schauen uns Konzernstrukturen an:

 

Der Chef und die Manager eines Konzerns unterliegen einer internen Konzernlogik. Diese Konzernlogik schreibt vor, dass der Konzern Gewinn erwirtschaften muss und zwar im besten Fall mehr als die Konkurrenz und mehr als im Vorjahr.

 

Beschließt ein Chef nun eine größere Umstrukturierung z.B. zur Verbesserung von Umweltbedingungen oder z.B. im Lebensmittelbereich hin zu weniger Verschwendung eben dieser, so wird dies kurzfristig in geringeren Ausbeuten resultieren, langfristig aber auch nicht mehr Einnahmen einbringen. Die Konzernlogik wird im Chef also nur jemanden sehen, der weniger Gewinn erwirtschaftet hat. Die innere Konzernlogik wird den Chef einfach absägen. Ihm sind die Hände gebunden. Erneut triumphiert die Unfreiheit.

 

Begeben wir uns nun in die Politik. Dort wird die Unfreiheit sehr offensichtlich. Parteien und Personen nehmen Positionen ein, weil „es von ihnen erwartet wird“. Die innere Parteilogik schreibt das Gewinnen der nächsten Wahlen voraus, sieht aber nicht eine Politik der langen Zeiträume vor. Das Resultat: Unfreiheit. Die Politik zwingt sich aus ihrem eigenen System heraus, Politik auf kurze Zeiträume zu machen.

 

Begeben wir uns auf die internationale Ebene. Betrachten wir die UNO. Tolle Idee, aber eine Geißel der Unfreiheit. Die UNO blockiert sich basierend auf ihrem eigenen System durch nationalstaatliche Interessen der Supermächte. Und abermals blockiert die Unfreiheit jegliche Schritte, hin zu einer langfristigen Zukunft.

 

Begeben wir uns nun in die Religion. Auch dort ist die Unfreiheit sehr offensichtlich. Die traditionellen Religionen schreiben einen Gott vor und eine (oder mehrere) Verhaltensweise(n). Punkt. Alternativen und somit auch die freien Gedanken zu diesen Alternativen sind nicht vorgesehen. Die traditionellen Religionen können daher fast schon als Synonym für Unfreiheit angesehen werden, sollten aber nicht mit dem Glauben oder Überzeugungen verwechselt werden.

 

Begeben wir uns in den eher gesellschaftlichen Bereich: Auch hier gibt es überall auf der Welt massivste Unfreiheit: Diskriminierung, Rassismus, Homophobie, Ausbeutung, Versklavung und all diese Dinge.

 

Aber auch andere Dinge unterliegen der Unfreiheit. Noch immer besteht ein generelles Problem in vielen Gesellschaften andere Lebenskonzepte oder Systemideen des Zusammenlebens wirklich zu akzeptieren und als gleichwertig zum eigenen zu sehen.

 

Noch immer haben wir mit massiven „Herabblicken“ auf verschiedene „Gruppen“ zu tun und oft werden diese gegeneinander ausgespielt. Das fängt schon an z.B. bei den Debatten über Computerspieler (Stichwort: Killer-Spiel-Debatte).

 

Wie man also sehen kann: Unsere Welt ist nicht frei. Das Pflänzchen der Freiheit hatte seine Momente. Es gab Zeiten, da wurde es eigenhändig ausgegraben und wieder unter die Erde geschaufelt, zusammen mit Millionen Toten.

 

Und heute? Heute treten wir abermals achtlos auf diesem zarten Pflänzchen der Freiheit herum, auf halbem Weg, schon wieder die nächste Schaufel zum Umgraben heranzuschaffen.

 

Doch es gibt Hoffnung. Das Pflänzchen der Freiheit hat selbst zwei Weltkriege überstanden und immer wieder fanden sich Menschen zusammen, die selbst in Stunden, wo alles verloren schien die Fahne der Freiheit hochgehalten haben, ungeachtet der Konsequenzen für sich selbst.

 

Und das möchte ich allen Menschen sagen, die ähnlich denken, ich bezeichne sie -mich- und damit uns, als Weltbürger. Gerade in Zeiten, wo die Irrationalität, der Hass, die Unvernunft, die Unterdrückung und Hilflosigkeit an allen Orten der Welt immer mehr zunimmt, müssen wir umso präsenter sein und endlich die entscheidenden Schritte für die Kehrtwende einleiten.


Die Kehrtwende

 

Doch was meine ich damit: Kehrtwende? Damit meine ich die Überwindung der Unfreiheit. „Wir“ müssen noch stärker für unsere Ideale eintreten. Den Menschen als Menschen zu sehen und nicht eine Gruppe, ein Volk, ein Staat als „andere/bessere/schlechtere Menschen“ zu sehen. Eine Welt zu schaffen, in der nicht länger die Irrationalität in Form von religiösen Phantasien und Allmachtsgedanken ein dominierender Faktor ist. Eine Welt in der nicht länger die Interessen eines Nationalstaates im Mittelpunkt stehen, sondern das Wohlergehen von uns allen -den Menschen- unabhängig von jedweden anderen Faktoren.

 

Eine Welt, in der soziale Gerechtigkeit endlich vollumfänglich etabliert ist und nicht nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen, in der die maßgeblichen Probleme, wie Hunger, Armut, Krieg sowie Klimawandel endlich überwunden worden sind.

 

Die Menschen, die sich so eine Welt wünschen dürfen niemals von diesem Traum auch nur einen Zentimeter abweichen und sollten sich von keinem beirren lassen. So eine Welt IST möglich. Wir erleben dies vielleicht nicht mehr, da so eine Entwicklung unglaublich viel Zeit und Kraft braucht. Aber ich glaube daran: Eines Tages wird diese Welt Realität werden entgegen aller Widerstände. Denn dafür hat das zarte Pflänzchen der Freiheit schon zu viele Hürden gemeistert, durch alle Zeitalter hinweg und zu viele Opfer wurden gebracht um dieses zarte Pflänzchen weiter nach vorne zu bringen.

 

Egal, ob ihr als Träumer, Spinner oder sonst etwas bezeichnet werden. Menschen ohne Träume haben bereits aufgegeben und sich mit dem Ist-Zustand abgefunden. Es waren jene, die den Mut hatten, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, die unsere Welt, die Menschheit, nach vorne zu bringen. Und eben nicht jene, die stets meinten, das wäre nicht möglich. Nicht die, die im Gleichmarsch mitmarschiert sind haben eine Veränderung erzielt, sondern jene, die Ausgebrochen sind aus den Fesseln der Unfreiheit.

 

Wer immer ähnliche Gedanken diesbezüglich hegt, wie ich, der ist mein Mitstreiter bzw. meine Mitstreiterin im Geiste. Und ich bin mir sicher, dort draußen gibt es viele, die ebenfalls genug haben von der Unfreiheit und von ihren tragenden Säulen. Und das bringt mich zum allesentscheidenden Teil: Die tragenden Säulen der Unfreiheit. Diese Säulen müssen überwunden werden, soll die Welt wirklich jemals frei sein.


Die 1. Säule – Strömungen zur Verhinderung der Erkenntnis der Menschlichkeit

 

Die 1. Säule ist gleichzeitig auch die wichtigste aller Säulen. Diese Säule umfasst alle Gedankenströme, die den Menschen einreden möchten, sie wären besser oder schlechter als eine andere Gruppe von Menschen. Zu dieser Säule zählen alle Strömungen, die da behaupten, eine Gruppe von Menschen würde aus einer natürlichen oder systemgegebenen Grund heraus privilegiert sein gegenüber einer anderen Gruppe von Menschen..

 

Es ist ebenso die Säule der Nationalstaaten, die da den Menschen das Bewusstsein vermitteln möchte, bestimmte Staaten hätten exklusive Sonderrechte auf dem Planeten Erde und könnten sich über andere Nationalstaaten einfach hinwegsetzen, z.B. durch militärische oder wirtschaftliche Einschüchterung.

 

Aus der Erkenntnis, die Menschlichkeit, den Humanismus als zentrales Bild zu verankern, erübrigen sich automatisch eine ganze Reihe anderer Probleme, welche daraus resultieren. Ein Mensch, der Menschlichkeit begriffen hat, für diesen Menschen ist Diskriminierung nicht nachvollziehbar bzw. unvorstellbar. Diese Dinge resultieren ja überhaupt erst aus dem tief verankerten Bewusstsein, Menschen wären nicht gleichwertig.

 

Die 1. Säule ist somit auch eine Säule der Bildung, der Prägung, der Erziehung. Das Ziel zur Zerstörung der Säule: Eine Epoche der Aufklärung 2.0. Und an dieser kann jeder mitwirken, indem er die hier niedergeschriebenen Ideale, die Fahne der Freiheit nach oben hält.


2. Säule – Traditionelle Religionsbilder

 

Eine wirklich freie Welt hat die klassischen Religionsbilder hinter sich gelassen. Nicht aber durch Erzwingung. Ebenso wie die Aufklärung bei der 1. Säule nicht durch einen Zwang erzielt werden kann. Zum einen wäre es selbst ein Akt der Unfreiheit, zweiten kann im Aufzwingen von Dingen keine Erkenntnis entstehen.

 

Die 1. Säule ist somit auch ein Grundelement, zur Zerstörung der zweiten Säule. Grund zur Hoffnung: Das Christentum ist zumindest in Deutschland bereits in der Rückbildung. Nicht aus Zwang, sondern aus Erkenntnis.

 

Jedoch: Die Menschen brauchen eine Religion. Aber keine Religion, die ihnen vorschreibt, was sie zu glauben haben. Die Menschen brauchen eine Religion der Freiheit, eine Weltreligion. Anstatt Kirchen brauchen wir Orte der Zusammenkunft und des gesellschaftlichen Austausches, indem wir offen über Glaubensvorstellungen, Überzeugungen und gesellschaftliche Themen und Probleme sprechen können.

 

Anstelle der traditionellen Religions- und Gottesbilder muss eine Weltethik treten, die frei ist von engen Regeln und vielmehr die Freiheit der Gedankenströme als obersten Richtwert hochhält. Glaube und Religion muss vollständig frei sein.

 

Gleichzeitig bedeutet dies aber auch: Eine vollständige Säkularisierung. Keine Sonderrechte für bestimmte Religionsgruppen. Diese Säule ist ebenso von enormer Bedeutung, weniger in Europa, wo wir diesbezüglich schon immense Fortschritte gemacht haben, eher jedoch in anderen Bereichen der Welt.


3. Säule – Das Wirtschaftssystem und technologischer Fortschritt

 

In absehbarer Zeit wird unser derzeitiges Wirtschaftssystem an seine Grenzen stoßen. Das kann man quasi schon als Fakt ansehen. Ressourcen schwinden auf der einen Seite, technologischer Fortschritt und das Ersetzen von Arbeitsplätzen durch eben diese nehmen massiv zu.

 

Diese Säule ist die wahrscheinlichste für den totalen Kollaps und der nächsten wirklich großen Krise. Das liegt daran, dass durch diese Säule unter anderem maßgeblich z.B. der Klimawandel ungehindert fortschreiten kann. Das Wirtschaftssystem selbst verhindert eine aktive Unterbindung dessen.

 

Diese Säule wird in Wasserkriegen, schonungsloser Ausnutzung von Technologien (Überwachung, Drohnen, Vernichtung von Arbeitsplätzen) und massivsten Umweltkatastrophen sowie Artensterben resultieren und tut es schon jetzt. Es gibt bereits mehrere Stellen im Ozean, welche de facto für tot erklärt werden können. Dort gibt es kein Leben mehr.

 

Diese Säule ist daher auch jene, welche mir am meisten Sorgen bereitet. Denn es fehlt die Zeit, um sie einzureisen. Die Masse an Menschen ist noch nicht bereit für einen radikalen Systemwechsel. Und so schließe ich mich hier leider der Einschätzung vieler anderer an:

 

Es wird erst sehr viel schlimmer werden, bevor es besser wird. Durch alle Zeitalter hinweg war dies stets eine Konstante. Bei der Masse der Leute setzen sich entscheidende Erkenntnisse leider erst durch, wenn es bereits zu spät ist und sie vor dem Scherbenhaufen stehen. Die Mahner werden im Vorfeld niedergemacht, als verrückt oder sonstiges beschimpft.

 

Ich sehe einen kleinen Hoffnungsschimmer im technologischen Fortschritt. Dieser kann Ungeheuer entfesseln, aber auch „Wunder“ hervorbringen. Die entscheidende Frage wird sein: Wie gehen wir mit der Technologie um? Wie gestalteten wir die zunehmende Digitalisierung, Roboter, selbstfahrende Autos und so weiter?

 

Die technologische Entwicklung schreitet schneller voran als die gesellschaftliche und politische Entwicklung. Das resultiert darin, dass nur noch reagiert wird. Das ist ungeheuer gefährlich, da so die Technologien die Realitäten schaffen, ob gewollt oder nicht. Damit haben die Technologien selbst das Potential zu einem Faktor der Unfreiheit zu werden: Die Technologie bestimmt unser Leben und nicht wir bestimmen, wie Technologie unser Leben verändern soll.


4. Säule – Klassische Bildungsmodelle und verhinderter Zugang zu Bildung

 

Diese müssen komplett über den Haufen geworfen werden. Heute züchten wir uns Arbeitssklaven heran. Kinder werden im Eilverfahren durch die Schulsysteme gehetzt um an der Wirtschaftsfront verheizt zu werden. Persönliche Entfaltung bleibt dabei auf der Strecke.

 

Gleichzeitig determiniert es den status quo und ist damit ein Faktor der Unfreiheit. Bildung muss so gestaltet werden, dass die tatsächlichen Talente und Motivationen der Menschen gefördert werden. Nicht der Zwang etwas lernen zu müssen muss als zentrales Leitbild verankert werden, sondern die Begeisterung dafür, etwas lernen zu wollen.

 

Lehrer die einfach nur die Tafeln vollschreiben sind schlechte Lehrer. Gute Lehrer sind jene, welche die Schüler für eine Sache begeistern können. Sodass die Schüler wissen wollen, warum etwas so funktioniert, wie es eben funktioniert.

 

Nicht das stumpfe Lernen von Dingen muss im Fokus stehen, sondern die Erziehung zum freien, kritischen Denken und dem Hinterfragen von Dingen. Diese Elemente müssen zu den zentralen Ankern einer modernen Bildung erklärt werden, wollen wir zu einer wirklich freien Gesellschaft heranreifen.

 

Naturwissenschaften sowie das rationalen Denken, sowie auch Philosophie müssen sehr viel zentralere Plätze bekommen. Naturwissenschaften dürfen nicht länger auf das Auswendiglernen von Formeln reduziert werden. Vielmehr muss eine stetige und enge Verknüpfung mit den Gründen erfolgen, warum es wichtig ist, diese Naturwissenschaften zu verstehen und welches Potential darin steckt.

 

Philosophie muss einen zentralen Platz bekommen und eine neue Art des „Gesellschaftsunterrichtes“ werden, man könnte es auch als Ersatz für den verschwindenden Religionsunterricht betrachten, als eine Art „Ethikfach“. Den Menschen sollte dort vermittelt werden, dass z.B. Verantwortungsbewusstsein, Freundlichkeit, Höflichkeit usw. elementare Grundprinzipien sind, ohne welche Freiheit nicht funktionieren kann.

 

Gleichzeitig ist Bildung das Fundament für jede Form der Weiterentwicklung, der Debatte, des Zusammenlebens. Ohne Bildung entsteht Stillstand. Jeder muss Zugang zu Wissen und Bildung haben, auch im Sinne gleichwertiger Menschen.

 

Zu guter Letzt benötigt Bildung, benötigt Erkenntnis vor allem eines: Zeit, Freiheit und die Möglichkeit zur Entfaltung. Es benötigt ein einheitliches Bildungssystem, das jedoch die individuelle Förderung in den Mittelpunkt rückt.

 

Nichts ist wichtiger als das Streben nach Erkenntnis und daher sollte es zum obersten aller Anliegen einer Gesellschaft erklärt werden, die Bildung, die Wissenschaft und letztlich die Forschung als zentralstes aller Anliegen zu verankern, vor welchem lediglich noch das Wohlergehen/der Wohlstand der Gesellschaft steht, was natürlich auch die Freiheit einschließt.


5. Säule – Korrumpierung der Freiheitsidee (Bewahrung der Vielfalt)

 

Diese Säule ist eine der problematischsten. Denn schon oft gab es Versuche, die Menschen zu einen: Alle sind gescheitert, oft blutig. Und oft kam dabei vor allem eines unter die Räder: Die Freiheit selbst. Eine vereinte Menschheit ist wertlos, wenn sie die Freiheit aufgibt.

 

Freiheit schließt dabei auch die Freiheit zur Vielfalt ein. Die Freiheit z.B. der eigenen Kultur, der eigenen Traditionen und der eigenen Lebensweisen. Die Freiheit, sich nicht plötzlich einer anderen Lebensweise anpassen zu müssen, nur weil diese jetzt zum Leitbild erklärt wird.

 

Die große Herausforderung besteht darin, diese Vielfalt auch im Angesicht einer zusammenrückenden Welt zu bewahren und als etwas Kostbares zu schätzen. Wenn wir auf die vielen verschiedenen Lebewesen der Erde schauen, würden wir diese denn nicht als etwas Kostbares bezeichnen? Und würden wir es nicht auch als Verlust empfinden, täten wir diese Vielfalt für ein vermeintlich höheres Ziel aufgeben?

 

Ein höheres Ziel, welches einzelne Strömungen, Arten in diesem Fall Kulturen, unterbindet als notwendiges Übel, ist kein höheres Ziel, da es seine eigenen Ideale längst verraten hat. Die Verhältnismäßigkeit wird hier die entscheidende Triebfeder sein, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Gleichzeitig schließt die Säule ein, dass der Gleichheitsgedanke korrumpiert wird. Es gibt einen Unterschied zwischen gleich und gleichwertig. Angestrebt wird eine gleichwertige Gesellschaft, nicht aber eine gleiche Gesellschaft. Eine gleiche Gesellschaft würde bedeuten, das individuelle Entfaltung nicht vorgesehen oder nicht bedeutsam ist und damit auch die Freiheit nicht bedeutsam ist.

 

Eine gleichwertige Gesellschaft rückt das Individuum dagegen sehr viel stärker in den Fokus und dessen eigenes, freibestimmtes Wesen. Gleichwertig, bedeutet, dass jeder Mensch den gleichen Wert hat, die gleichen Chancen, die gleichen Möglichkeiten, die gleichen Rechte und Pflichten.

 

Und dennoch hat jeder seinen eigenen Weg. Absolute Gleichheit war z.B. im Kommunismus vorgesehen, diese kann jedoch niemals funktionieren, da der individuelle Entfaltungswille des Einzelnen Individuums sehr viel stärker ist und die Menschen eben nicht gleich sind.

 

Das fängt beim Aussehen an und hört bei Talenten noch lange nicht auf. Es gibt Unterschiede. Und dennoch wird keine Gruppe an Menschen als „die bessere“ angesehen. Das ist der maßgebliche und unglaublich wichtige Unterschied zwischen Gleichheit und Gleichwertigkeit.

 

Für die Gleichwertigkeit werde ich streiten, niemals aber für die Gleichheit.


Dies sind meine 5 Säulen, die für mich mehr als alles andere für eine unfreie Welt stehen. Und eines Tages werden wir sie überwunden haben, auch wenn es noch lange dauern wird und noch viel Leid bis zu diesem Tag geschehen wird. Aber ich glaube daran.

 

Und hiermit möchte ich jeden ermutigen, mit der gleichen Überzeugung für diese Sache einzutreten, es geht um nichts weniger als die Zukunft unserer Welt, auf welcher sich immer deutlicher der Kollaps abzeichnet: Politisch, gesellschaftlich, ökologisch.

 

In weiteren folgenden Einträgen werde ich noch genauer beschreiben, was ich mit dem Kollaps meine, zentral ist dabei vor allem aber der Klimawandel und die Philosophie des ewigen Wachstums auf Pump.

 

Das hier Verfasste steht für meine Überzeugungen und ich bedanke mich bei jedem einzelnen Menschen, welcher für die gleichen Ziele streitet. Ihr seid nicht alleine und die Zeit wird kommen.


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Kommentare: 4
  • #1

    Der Experte (Sonntag, 11 September 2016 12:02)

    Das sind sehr viele Worte, die sich ganz einfach als Aufruf zu einem neuen Klassenkampf zusammenfassen lassen.

    Die Macht ist da, wo das Geld ist, der Neoliberalismus ist die neue, uns zerstörende Religion, der Staat als Umverteilungsmaschine arbeitet schon seit Jahrzehnten nur noch von unten nach oben, Politik wird nur noch von oben nach unten gemacht und nicht umgekehrt, und unser Lebensstil ist absolut verheerend für die Welt und wird spätestens dann, wenn genügend Inder und Chinesen ebenso leben wollen, uns endgültig in den Abgrund treiben.

    Was mit den Staaten in der EU geschehen ist, die die Auflehnung probiert haben, kann man an Griechenland sehen. Dass selbst der Bundespräsident abhängig von den wirklich Mächtigen ist, sah man an Wulff.

    Die Gesellschaft reproduziert sich durch die Schulen, das Bildungsniveau ist seit Jahren ständig am sinken, man will die Leute nur schnell durchschleusen.

    Und wen wählt man dann als Protestwähler? Die Nationalkapitalisten, die AfD, eine neoliberale Partei in Reinstkultur, neben die die FDP wie die Kommunistische Partei wirkt, weil die Linke es nie verstanden hat, ihre Botschaft klar und deutlich rüber zu bringen.

    Gibt es daher Hoffnung für Deutschland? Vielleicht... in ein paar Jahrzehnten. Erstmal geht's weiter den Bach runter.

    Was du übrigens außer acht lässt das ist, warum unsere Politiker so weitermachen wie bisher und den Lebensstil nicht reformieren: weil wir das als Gesellschaft nicht wahrhaben wollen. Würden sie die notwendigen Schritte vollziehen, dann bin ich mir sicher, gäbe es einen wütenden Lynchmob in Berlin, Brüssel und sonstwo, der den Politikern ans Fell will.

  • #2

    Shaila (Sonntag, 11 September 2016 16:48)

    Nein, ich sehe da keinen Klassenkampf, eher im Gegenteil. Es ist eher der Aufruf zur zweiten großen Epoche der Aufklärung. Jene Menschen, unabhängig von sozialem Status, denen wirklich etwas an der Zukunft, einer positiven Zukunft, dieser Welt liegt, diese Menschen sollten sich noch mehr zusammentun und für die Werte eintreten, welche ich hier im Blogeintrag festgehalten habe.

    Es ist ein Aufruf gegen jede Form der Unterdrückung, der Unfreiheit. Aber auch ein Aufruf gegen Unwissenheit, das Hochhalten des Irrationalen, der Abneigung gegen Wissen und Intellektualismus.

    Die zweite Epoche der Aufklärung muss es unterdessen auch leisten, dabei die Gefühle nicht ausblenden zu wollen, sind sie doch einer der zentralsten Anker von Menschlichkeit.

    Warum die Politiker weitermachen wie bisher, bietet genug Stoff für einen eigenen Blogeintrag. Zweifellos sind sie aber auch gefangen in einem sich selbst stützenden System, da stimme ich zu.

    Der Systemkreislauf ist für mich nur wirklich zu durchbrechen, wenn die Menschen anfangen sich als Menschen und nur als Menschen zu sehen. Die Probleme, die dem für mich im Weg stehen, habe ich ja im Eintrag dargelegt.

  • #3

    Der Experte (Sonntag, 11 September 2016 18:16)

    Woher kommt unsere Ungleichheit in der Welt, ist das Schicksal oder hat es Gründe dafür und wenn ja, wer profitiert davon und wer hat etwas vom Status Quo?

    Natürlich rufst du hier zu einem neuen Klassenkampf auf, weil wir die letzten Jahrzehnte unsere Reichen so richtig gemästet und satt gemacht haben, die durch Medien, Stiftungen und anderes einen massiven Einfluss auf die Politik ausüben und dafür sorgen, dass die Politik sie auch weiterhin begünstigt und der Rest ist vielen davon egal.

    Wenn du Gleichheit auf der Welt schaffen willst, dann geht das nicht ohne dass die etwas von ihrem Reichtum, auf dem sie hocken, abgeben. Freiwillig aber werden sie das kaum tun, da wir es selber ja auch nicht freiwillig tun.

    Also was bleibt als Erkenntnis übrig? Richtig: ein neuer Klassenkampf, der alle Einrichtungen, der das jetzige System stützt, in der aktuellen Form vernichten muss.

  • #4

    Brunold (Dienstag, 14 Februar 2017 23:56)

    "Was du übrigens außer acht lässt das ist, warum unsere Politiker so weitermachen wie bisher und den Lebensstil nicht reformieren: weil wir das als Gesellschaft nicht wahrhaben wollen. Würden sie die notwendigen Schritte vollziehen, dann bin ich mir sicher, gäbe es einen wütenden Lynchmob in Berlin, Brüssel und sonstwo, der den Politikern ans Fell will. "
    Das ist mMn eine ziemlich zutreffende Beobachtung, aber gerade das macht einen (neuen?) Klassenkampf unwahrscheinlich, bzw. zu einem weiteren Symptom. Sich jetzt einfach gegen die anderen, in dem Fall die andere Klasse, aufzulehnen, wäre genau ein solcher Lynchmob. Ob man nun reich oder Politiker ist, ist ziemlich egal, wenn es Lyncher und Gelynchte gibt. Davon ab sind im Moment eine ganze Reihe von Herrschaftsverhältnissen im Spiel. Wir haben Christen, die über anderen stehen (und sich im Moment in der Rolle der Unterdrückten darstellen, um ihre Macht zu konservieren), Reiche, denen sogar von Mittelständern bescheinigt werden, dass sie de facto einfach millionenmal wertvoller für die Gesellschaft sind, als Arbeiter, oder unendlich wertvoller als Obdachlose, Heterosexuelle über anders orientierten, Männer über Frauen, Konsumenten über Spieleentwicklern ... daraus Klassen zu machen, ist ziemlich schwierig. Außerdem ist Kampf ziemlich unwahrscheinlich, wenn 99% dem einen Prozent Gesetze zur Abgabe von Reichtum erlassen.

    Abgesehen davon sieht Shailas Text für mich zu deskriptiv aus, um zum Klassenkampf aufzurufen. Fünf Probleme zu identifizieren, gibt noch keine Lösung vor.