WoD ist am Ende - Legion steht vor der Tür

Nach langer Zeit will ich mal wieder etwas schreiben. In letzter Zeit kam ich eher weniger dazu, da ich im echten Leben damit beschäftigt war, Dinge zu verfassen und meine Freizeit dann vor allem für das Spielen aufgewendet habe, weniger für das Schreiben.

 

Dazu kam meine, eigentlich immer noch andauernte Frustration, über gewisse Teile der Community. Aber das wäre ein anderes Thema.

 

Derzeit ist es allerdings auch sehr ruhig rund um WoW. Es ist ja auch schließlich alles durch. In WoD soll nichts mehr kommen, Legion lässt noch lange auf sich warten. Ich selbst habe allerdings noch genug zu tun, man muss halt nur danach suchen.

 

Aber mal Zeit für ein Fazit bzgl. WoD:

 

Wie schneidet WoD bei mir im Vergleich zu anderen Addons ab?

 

1. Burning Crusade

2. Wrath of the Lich King

3. Warlords of Draenor

4. Mist of Pandaria

5. Cataclysm

 

Wie komme ich nun also zu dieser Positionierung?

 

Der Addonstart:

 

Bei Warlords of Draenor denke ich heute zu allererst an einen völlig vermasselten Addonstart, der einem Unternehmen wie Blizzard eigentlich unwürdig war. Ich persönlich musste eine gesamte Woche warten, bis es mir überhaupt möglich war meinen Charakter zu bewegen. Danach folgten Stunden des Wartens in einer aus allen Nähten platzenden Garnison. Diesen Schuh muss sich Blizzard nun leider anziehen, WoD hatte ganz klar den schlechtesten Start aller bisherigen Addons. Die ersten Erlebnisse des Addons waren somit -für mich- deutlich getrübt und ich war genervt. Und genau das will ich eben nicht sein, wenn ich ein Spiel spiele.

 

Addonanfang - Preevent:

 

Gut, nachdem ich die technischen Schwierigkeiten zurecht kritisiert habe, will ich einen Blick auf den eigentlichen Inhalt werfen bzgl. des Addonanfangs. Da war zunächst das Pre-Event. Die Eiserne Horde fällt nach Azeroth ein und...übernimmt einen Flecken Staub irgendwo in den Östlichen Königreichen und zerstört eine ganze Burg. Wahnsinn.

 

Wie man sieht, war ich vom Pre-Event eher enttäuscht. Allerdings, und das muss man ganz klar sagen, hätte es auch wesentlich schlimmer kommen können. So war für mich das MoP-Pre-Event nach wie vor das Schrecklichste. Wer sich nicht erinnert: Eine große Manabombe auf Theramore geschmissen und das war es dann.

 

In sofern stufe ich das WoD-Preevent als "ganz okay" ein. Jedoch Nichts, was sich mit den Prevents von Burning Crusade oder meinem Favoriten, Wrath of the Lich King, messen könnte. Dort spürte man Bedrohung, da hat Kazzak Stormwind einfach mal platt gemacht oder die Geißel hat die Städte und die Welt überrannt. Sowas verstehe ich unter einer "Bedrohung".

 

Die Eiserne Horde fand ich zu keinem Moment des Pre-Events auch nur ansatzweise bedrohlich. Die kamen mir wie totale Versager vor ehrlichgesagt. Wie gerne hätte ich mir da wieder ein Anknüpfen an das WOTLK-Preevent gewünscht, aber wahrscheinlich würden dann die Foren wieder mit Tränen überflutet werden, von beleidigten Auktionshaus-Campern. Schade für ein Rollenspiel!

 

Ich hoffe Legion wartet mit einem echt bedrohlichen Preevent auf. Spieler dürfen auch mal ins Gras beisen. Davon wird WoW nicht untergehen, im Gegenteil.

 

Addonanfang - Quests, Leveln, Gebiete:

 

Als erstes Addon hatte WoD eine Art Einführungsszenario. Grundsätzlich fand ich die Idee eigentlich total toll. Denn mit so einem Szenario kann man sehr gut interaktiv die Geschichte erzählen, ohne Rücksicht auf die Veränderung der Welt zu nehmen, ähnlich wie beim Phasing bei Quests.

 

Doch war das für ein Szenario? Ich weiß, nach Logik in einem Fantasy-Rollenspiel zu suchen, ist nur bedingt sinnvoll. Aber auch einer Fantasy-Geschichte sollte doch ein Mindestmaß an Authentizität innewohnen, sonst nimmt die Geschichte doch am Ende keiner mehr ernst! Ganz egal ist die Geschichte bzw. die Sinnhaftigkeit dieser eben nicht, weswegen auch kein Raumschiff Enterprise plötzlich über Draenor kreist.

 

Warum betone ich dies nun also. Weil das Einführungsszenario spielerisch ganz hübsch gemacht war, aber geschichtlich gesehen wohl der schlimmste Griff ins Klo seit langer Zeit war. In diesem 20 - 30 minütigem Szenario wurde es erreicht, die komplette Eiserne Horde auf einen Schlag vollkommen lächerlich darzustellen und auch den Rest eines Potentials des "bedrohlichen Gegners" zu zerschmettern.

 

Mit Superthrall und Gott-Khadghar schnetzelt man sich mühelos durch ganze Orcarmeen und die Kriegherresen schauen höchst persönlich zu, wie wir mit ihren Schiffen davonfahren. Khadghar friert eine ganze Armee ein, sprengt einen Damm, führt in Bruchteilen einer Sekunde Massenteleportationen durch, aber um einen Pfeiler aus Stein des dunklen Portals zu zerstören, dafür müssen wir uns durch den gesamten Dschungel kämpfen, einen Panzer reparieren, der glücklicherweise direkt (!) auf den Portalpfosten gerichtet ist und ihn selbst abfeuern.

 

Ein Damm? Kein Problem! Ein Pfosten aus Stein? Zu viel für den guten Khadghar. Nein, ich mache keinen Hehl daraus. Das Einführungsszenario war lächerlich und schwach.

 

Nach dem Szenario:

 

Nach dem Szenario kommt man bekanntlich im Schattenmondtal an. Eines der wichtigsten Symbole des Addons (das dunkle Portal) liegt bereits in Trümmern, nach 20 Minuten ist für mich das eigentliche Ziel im Addon, nämlich die Invasion Azeroth durch die Eiserne Horde zu stoppen, erfüllt.

 

Khadghar öffnet dann EINFACH SO, und darüber bin ich wirklich wütend, ein Portal nach Sturmwind in eine andere Dimension. Was bitte wird sich dabei gedacht? Und am anderen Ende stehen natürlich schon alle Arbeiter bereit und wussten ganz genau, dass nun ein Portal aufgemacht wird, Pferde, Holz und alles schon dabei.

 

Dieser kleine Moment hat für mich das Dunkle Portal dann endgültig völlig entmystifiziert und den epischen Glanz, den es für mich persönlich immer ausgestrahlt hatte zunichte gemacht.

 

Gleichzeitig ist das aber auch der Punkt, an dem das Questerlebnis in WoD eine 180 Grad-Wendung erfährt.

 

Nach Aufbau der Garnison:

 

Denn sobald dann die Garnison erstmal steht, sind die Questgebiete echt spitzenmäßig. Sie machen mir persönlich wirklich extrem viel Spaß. Das Schattenmondtal ist für mich atmosphärisch gesehen, egal ob es nun musikalisch, optisch oder auch spielerisch betrachtet wird, dass wohl bisher großartigste Gebiet in der WoW. Das liegt natürlich auch an den Draenei, die im Addon stark in den Fokus gerückt wurden, auch bei der Gebietsgestaltung. Und da fahre ich natürlich total drauf ab.

 

Auch das Schätze & Anhänger sammeln machte und macht mir eigentlich richtig viel Spaß. Lässt man das Einführungsszenario und die zwei - drei Quests danach mal außen vor, so hat WoD für mich ganz klar ein überaus herausragendes Questerlebnis.

 

Gerade die Schätze stießen sehr auf Kritik, was ich nur bedingt nachvollziehen kann. Ich fande sie wiegesagt toll. Übertrieben wurde an einigen Stellen jedoch, z.B. in Nagrand, wo man zich mal auf ein und den selben Berg sollte, um diese Gleiter zu benutzen.

 

Ebenfalls neu waren die Bonusziele, die ich eigentlich auch ganz gut fand.

 

Was das Alles betrifft, kann sich WoD für mich also eigentlich schon sehen lassen.

 

Garnison:

 

Dabei stellte sich jedoch nach kurzer Zeit ein Problem: Die Gebiete und auch die Schätze sowie Anhänger waren eben einfach extrem schnell durchgespielt. Die Gebiete waren halt irgendwann fertig, die Schätze erbeutet, die Anhänger gesammelt, die Garnison ausgebaut und dann...dann kam die große Leere für viele.

 

Die Garnison ist vielleicht neben dem Fliegen der umstrittenste Punkt von WoD. Ich fand sie prinzipiell gut, die Umsetzung war jedoch einfach mangelhaft. So war die Garnison viel zu zentral verankert und zu wenig mit Eigeninitiative verbunden.

 

So musste man in der Garnison vor allem warten: Auf Anhänger die von Missionen zurückkommen, auf Arbeitsaufträge, auf das Ausbauen von Gebäuden, auf neue Erze in der Mine und so weiter. Das brachte der Garnison schnell den Ruf eines Browsergames ein und zwar völlig zurecht aus meiner Sicht.

 

Die Garnison hätte ich mir sehr viel lieber am Housing orientiert gewünscht. Eher dezentral und weniger relevant für das eigentliche Spielgeschehen. Dafür aber eben Gestaltungsmöglichkeiten, wie z.B. mal volksspezifische Architektur, Banner, Möbel und so weiter. Das war alles nicht drin. Oder nur in extrem schwacher Form. Im Grunde sieht jede Garnison gleich aus.

 

Die Garnisonsinvasionen waren ebenfalls recht langweilig. Stupides Gegnerumhauen, welche durch das offene (!) Tor einmarschieren oder einfach mitten in der Garnison aus dem Nichts spawnen. Haben mir nicht gefallen.

 

Mit Blick auf Legion hoffe ich, dass Blizzard sich diese Kritik sehr zu Herzen nimmt.

 

Berufe:

 

Um es kurz zu machen: Das Berufssystem ist kaputt. Vollkommen. Viel wurde bereits dazu geschrieben, für mich hat das Berufssystem vollkommen jeglichen Reiz verloren. Sie sind schlicht und ergreifend sinnlos für mich geworden. Im Endgame und während des Levelns sowieso.

 

Mehr möchte ich dazu auch nicht schreiben, Blizzard hat eine umfangreiche Überarbeitung angekündigt. Ich hoffe und bin gespannt, denn eine solche Überarbeitung ist bitternötig.

 

Fliegen:

 

Eine Debatte, über wleche ich persönlich den Kopf geschüttelt habe. Weder befürworte ich das Fliegen, noch lehne ich es ab. Mir war es einfach nur egal. Wenn ich fliegen kann, dann ist es schön, wenn nicht, dann ist es auch gut. Mit dem Erfolg hat Blizzard gewissermaßen einen Kompromiss versucht, den ich eigentlich sehr akzeptabel fand.

 

Endcontent - Raids:

 

In WoD gab es ganze drei Raids. Aus meiner Sicht einfach enttäuschend im Vergleich zu einstigen Maßstäben. Man denke an die Raidanzahl in Burning Crusade oder Wrath of the Lich-King. Heute heißt es, einen Raid in 4 Modi zu spielen. Langweilig.

 

Blizzard: Mehr Raids, weniger Modi. Meine Haltung zum LFR ist unverändert. Er ist für mich ein Dorn im Auge und sollte aus WoW entfernt werden, zum einen weil er mit seiner eigentlichen Zielsetzung grandios gescheitert ist, zum anderen weil er die Community schlechter macht und das Spiel trivialisiert.

 

Die Raids an sich waren gut. Die Bosse machten Spaß, die Schwierigkeit fand ich angemessen, darum bin ich auch noch nicht durch. Mannoroth und Archimonde fehlen noch. Dennoch, es sind eben nur drei Raids und das ist einfach zu wenig.

 

Wieder hin zu maximal 2 Modi, nämlich normal und heroisch, dass wäre etwas. Dafür mehr Raids als Schwierigkeitsabstufungen. Und ja, ich denke, dass nicht jeder alles sehen muss, weil das Ziel eines Spiels nicht im Gewinnen besteht, sondern im Weg, im Spaß haben.

 

Ein Spiel, von dem ich ohnehin schon weiß, dass ich es zu 100 % gewinne, das ist für mich nicht erstrebenswert.

 

Endcontent - Anderes:

 

Außer Raids gab es darüber hinaus recht wenig in WoD zu tun. Was jedoch auch nur bedingt stimmt. Es kommt eben auf den Spielertypus an. So war ich durchgängig beschäftigt, sei es mit Haustierkämpfen, mit dem Sammeln von Erfolgen oder mit dem Twinken.

 

Nur interessiert sich eben nicht jeder für Erfolge und Haustierkämpfe. Für viele ist die Chrakterprogression einfach wichtiger bzw. ausschließlich wichtig. Und die endete auf Level 100 eben ziemlich schnell, sofern man nicht raidete. Da muss sich Blizzard unbedingt was ausdenken.

 

 

Ausblick Legion:

 

Meine Wünsche für LEgion sind natürlich utopisch und wenig realistisch. Daher sind es auch Wünsche, die ich eh schon lange habe.

 

- LFR entfernen

- Nur noch 2 Modi (Normal und Hero) mit aktivierbaren Hardmodes im Hero

- Belohnung von Gildengruppen in Raids & Dungeons mit besserem/Mehr Loot

- Belohnung von realminternen Gruppen mit besserem/mehr Loot

- Dem Dungeonbrowser eine Option für realminterne Suche hinzufügen

- Crossrealm abschaffen

- Accountrüstungen abschaffen

- Feuerprobe abschaffen und Vorquests stattdessen wieder einführen

- Archäologie von Kopf bis Fuß umstrukturieren

- Ruffraktionen nach Vorbild Burning Crusade inklusive Rufbelohnungen

- Raidanzahl nach Vorbild Burning Crusade

- Prevent nach Vorbild WOTLK

- CM abschaffen und durch anspruchsvolle Heros nach Vorbild BC ersetzen

- Ebenfalls wieder nur 2 Modi für 5er Dungeons

- Enorme Reduzierung der Farbe episch im Spiel oder orange zum neuen lila machen.

- Komplette Überarbeitung des Leveldesigns, da man aus den Gebieten herauslevelt

- Gruppenquests, Elite-Monster, Reduzierung der Flugpunkte (es steht in jeder Ecke einer)

- RPG-Elemente wie Pfeile, Holz für das Feuer, Truhen öffnen durch Schurken etc.

- Komplette Berufsüberarbeitung

- Streichung der Gildenboni

- Questreihen wie das AQ-Prevevent und bitte nicht wie z.B. die Questreihe um Thrall in Hyjal

 

Am Wichtigsten bleiben nach wie vor der Wunsch nach dem Entfernen des LFRs, der vielen Modi, sowie der Reduzierung der epischen Ausrüstungsteile.

 

Das war mein Rückblick auf WoD und mein Ausblick auf Legion, bin gespannt, was in Legion so alles kommt.

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