Hoffnung zur Kursänderung? Blizzard macht Shop-Mount im Spiel erhältlich!

Wächter des Hains, doch nicht im WoW-Shop; © Blizzard Entertainment
Wächter des Hains, doch nicht im WoW-Shop; © Blizzard Entertainment

Eigentlich wollte ich heute nichts mehr bloggen, doch diese Meldung lies mich aufhorchen, als ich heute nach Hause kam. Routiniert öffnete ich meinen Browser, las ein paar Mails, dann öffnete ich die WoW-Seite.

 

Erster Gedanke: "Oh toll, ein neues Shop Mount wird mal wieder angekündigt" (/Ironie off). Doch dann las ich weiter und ich las erneut um sicherzugehen, dass ich mich nicht irrte: Den Wächter des Hains wird es tatsächlich bald im Spiel geben und zwar sogar in Form einer Quests, welche über das Bezwingen von Archimonde im heroischen oder mythischen Schwierigkeitsgrad zugänglich wird.

 

Warum ist dies so besonders?

 

Seit der Shop eingeführt wurde, habe ich ihn kritisiert. In unzähligen Threads und Forumposts. Ein Kampf gegen Windmühlen, weshalb ich mich mittlerweile weniger daran beteilige.

 

In der Vergangenheit hat sich zusehenst der Verdacht aufgedrängt: Hier wird am Spiel, insbesondere was die Qualität betrifft, gespart und das Ganze wird an anderer Stelle über den WoW-Shop wieder hereingeholt (aus finanzieller Sicht).

 

Ein Contentpatch bringt eben kein Geld, ein Mount im Shop für 20 Euros eben schon. Viele Contentpatches bringen auch kein Geld, viele schnelle Addons dagegen schon, da man für jedes neue Addon extra abbuchen kann.

 

Zurecht drängt sich also der Verdacht auf: Schneller Cash auf Kosten der Qualität. Und tatsächlich: Während z.B. die Dungeonvielfalt (sowohl 5er als auch Raids) abnahm, nahm die Anzahl an Shopangeboten zu und auch die Professionalität, mit der sie an potentielle Kunden herangeführt werden. Das Gleiche gilt aber auch für Beschäftigungen in der freien Welt.

 

Sicherlich lässt sich das alles nicht nur auf den Shop schieben, aber er ist aus meiner Sicht ein sehr erheblicher Faktor. Hier geht es um handfeste Umsätze und die interessieren ein Unternehmen.

 

Der Haken bei der Sache: Bis zu einem gewissen Punkt kann dieser Kurs gutgehen, bis irgendwann zu viele merken, dass hier Gewinn auf Kosten der Qualität gemacht werden soll. Solange Abo-Verluste durch Shopeinnahmen kompensiert werden, solange ist alles gut (aus Unternehmenssicht), bis man mal eine Schwelle erreicht, wo es kritisch werden könnte.

 

Der WoW-Shop: Mehr als kosmetische Mounts & Pets

 

Was zeigen uns diese Gedankengänge? Vor allem, dass der Shop weit über "Es ist doch nur ein blödes Mount" hinausgeht. Der Shop ist zu einem finanziellen Standbein der WoW geworden. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass derjenige oder diejenige, welche/r ein Mount für 20 Euro kauft nicht nur einfach "ein kosmetisches Item" kauft, nein, er/sie stärkt dieses Standbein. Der Shop hat somit eine Gesamtauswirkung auf das Spiel, man darf nicht nur das einzelne Reittier ins Blickfeld fassen.

 

Zusätzlich nehmen die Reittiere im Shop auch direkt Content aus dem Spiel, neben dem Effekt des Contentabbaus durch den Shop generell, indem Content, der normalerweise um ein Reittier aufgebaut werden würde, ebenfalls entfällt, sobald es im Shop landet.

 

Hier sieht man das gut: Würde das Reittier im Shop landen, dann gäbe es keinen Ansporn für ein Reittier in die Höllenfeuerzitadelle zu gehen und es gäbe auch keine Questreihe. Und letztlich gäbe es somit für uns Spieler_innen weniger Content.

 

All diese Zusammenhänge muss man mit ins Auge fassen, wenn man über den Shop spricht. Er steht für eine ganz bestimmte Entwicklung von WoW: Für die Schnelllebigkeit, die seichte Kost, der Shop entwertet die WoW an sich und beschränkt sich nicht nur auf ein Reittier.

 

In einem Abo-basierten Spiel sollte es so etwas nicht geben. Denn auch WoW-Reittiere sind für viele Spieler_innen nicht nur kosmetisch, sondern wirklich greifbarer Inhalt. Es gibt viele Sammler_innen, welche man mit dem Shop vor den Kopf stößt.

 

Nun also hat sich Blizzard gegen das Reittier im Shop entschieden. Könnte es eine Trendwende sein? Könnte die lange und ausufernde Kritik am Ingame-Shop endlich etwas bewirkt haben? Ich bleibe skeptisch. Ich glaube kaum, dass sie nun keine Reittiere mehr in den Shop packen. Aber es ist zumindest ein kleines Hoffnungslicht. Ein Moment, indem sich Blizzard gegen den schnellen Cash und für Qualität und Gerechtigkeit entschieden hat. Dies ist der richtige Weg. Nur so kann WoW auch langfristig erfolgreich bleiben, mit Qualität.

 

Wenn aber die Spieler_innen merken, dass man ein Produkt nur noch "melkt" und keine Liebe mehr hineinfließt, dann ist der schnelle Cash auch mal ganz wieder im Winde verweht.

 

Deswegen: Diese Ankündigung ist ein großer Gewinn für das Spiel, mehr als Einigen bewusst sein dürfte. Diesen Kurs gilt es zu unterstützen.

 

Ich wünsche noch eine angenehme Nacht. :)

 

Anbei noch der Link zur Meldung:


http://eu.battle.net/wow/de/blog/19913791/vorschau-auf-patch-623-14-10-2015

 

 

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